Grundschule am Morungenweg
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Vielfalt ist unsere Stärke

Die Schuleingangsphase  

 
1. Rechtliche Rahmenbedingungen 
 
SchulG NRW vom 15. Februar 2005,
geändert duch Gesetz vom 27. Juni 2006
 
§ 11 Grundschule (2)  
          
Die Klassen 1 und 2 werden als Schuleingangsphase geführt. Darin werden die Schülerinnen und Schüler nach Entscheidung der Schulkonferenz entweder getrennt nach Jahrgängen oder in jahrgangsübergreifenden Gruppen unterrichtet. Die Schulkonferenz kann frühestens nach vier Jahren über die Organisation der Schuleingangsphase neu entscheiden. Die Schuleingangsphase dauert in der Regel zwei Jahre. Sie kann auch in einem Jahr oder in drei Jahren durchlaufen werden.
  
2. Das jahrgangsbezogene Konzept
   Schulkonferenzbeschluss vom 13.10.2004
 
Nach intensiver Auseinandersetzung mit vielen möglichen Organisationsmodellen zur bestmöglichen Förderung aller Kinder in der Schuleingangsphase haben sich Kollegium und Eltern einstimmig in der Schulkonferenz vom 13. 10. 2004 für ein jahrgangsbezogenes Konzept entschieden.
Das bewährte Klassenlehrerprinzip über vier Jahre, eine stabile Lerngruppe in einer vertrauten Lernumgebung soll weiterhin die Grundlage der pädagogischen Arbeit an unserer Schule bleiben.
Verbessert werden soll das individuelle Lernen in der Eingangsphase
durch die Erweiterung der offenen Unterrichtsformen und einem neuen Förderkonzept.
 
Zu einer erfolgreichen Arbeit in der neuen Schuleingangsphase gehören deshalb folgende Aspekte:
  • Individuelles Lernen ermöglichen
Dazu gehören:
- innere/äußere Differenzierung
- individuelle Arbeitsaufträge/Tages- und Wochenpläne
- Lernstandsdiagnosen und Förderpläne
  • Offene Unterrichtsformen praktizieren, die selbstgesteuertes Lernen der Kinder zum Ziel haben
Dazu gehören:
- Freiarbeit
- Stationenlernen
- Tagesplan/Wochenplan
- Werkstattarbeit
- projektorientiertes Arbeiten 
  • Ansprechende Lernumgebung schaffen
Dazu gehören:
- eine Raumgestaltung und Sitzordnungen, die den Unterrichtsformen angepasst sind
- Lernecken
- Gesprächskreise
- Materialien
  • Veränderte Lehrerrolle anstreben
Dazu gehört, dass Lehrer und Lehrerinnen sich verstehen als
- Lernbegleiter
- Lernbeobachter
- Lernentwickler, die Lernarrangements optimal vorbereiten.
 
In jedem Halbjahr findet eine Förderkonferenz statt.   
 
 
 
  
3. Organisation der Schuleingangsphase
 
Unser Anfangsunterricht ist geprägt durch:
Lesen und Schreiben mit dem Lehrwerk "ZEBRA",
einem aktiv-entdeckenden Mathematikunterricht mit
dem Lehrwerk "MINIMAX",
und fächerübergreifendes Lernen in offenen Unterrichtsformen, an die die Kinder systematisch herangeführt werden.
Im 2. Halbjahr kommt das Fach Englisch hinzu.
 
Das Förderkonzept eines jeden Kindes könnte sich dann nach folgendem Schema entwickeln:
  • Bestandsaufnahme:
den gegenwärtigen Lern- und Entwicklungsstand wahrnehmen und beschreiben
  • Prioritätensetzung:
den vordringlichen Förderbedarf festlegen
  • Planung:
ausgewählte Maßnahmen, Lernsituationen und –arrangements ableiten 
  • Umsetzung:
die geplanten Maßnahmen realisieren und stichpunktartig dokumentieren 
  • Evaluation und Fortschreibung:
die Umsetzung auswerten, weiterführende Ziele/Maßnahmen setzen oder Ziele/Maßnahmen korrigieren
 
In der Praxis sieht eine Umsetzung an unserer Schule so aus:
 
Die ersten Schulwochen  dienen dem Kennenlernen und Beobachten. Die Klassenlehrerin/Der Klassenlehrer nimmt den Lern- und Entwicklungsstand wahr und hält Stärken und Schwächen eines jeden Kindes in einem Beobachtungsbogen fest. 
Gibt es bereits Hinweise auf einen Förderbedarf nach Abschluss des Begegnungsjahres, kann für diese Kinder der Förderunterricht sofort nach der Einschulung beginnen.
Zeigt ein Kind verschiedene Schwächen wird eine Priorität festgelegt.
Das Kind arbeitet dann durch gezielte Förderung zunächst an dem vorrangigen Schwerpunkt, eventuell noch an einem zweiten.
 
Nur durch folgende Aspekte kann dann eine Förderung erfolgreich werden:
  • Die Förderung muss da anknüpfen, wo das Kind noch Erfolge hat, das heißt, es muss dort abgeholt werden, wo es steht.
  • Nur durch Ermutigung kann das Kind Hindernisse überwinden.
Eltern müssen diese Aspekte unterstützen.
 
Das Kind erhält dann eine Förderkarte mit einzelnen Informationen. Ist die Förderung abgeschlossen, erhalten Eltern eine Kurzmitteilung, das Kind gibt die Förderkarte zurück. Bei Bedarf kann es dann an einem weiteren Förderschwerpunkt teilnehmen.
 
In der Schuleingangsphase werden folgende Förderschwerpunkte durchgeführt.
 
  • Mathematik im 1. Schuljahr
  • Mathematik im 2. Schuljahr
  • Deutsch im 1. Schuljahr
  • Deutsch im 2. Schuljahr
  • DaZ (Deutsch als Zweitsprache) 1. Schuljahr
  • DaZ (Deutsch als Zweitsprache) 2. Schuljahr
  • Feinmotorik 
  • Wahrnehmung
  •  Knobeln
  • Lesen
  • Sport
 
Zusätzlich zu den Förderschwerpunkten erhalten alle Kinder die Möglichkeit die Lerngruppe bei Bedarf zu wechseln.
So kann zum Beispiel ein langsam lernendes Kind im 2. Schulbesuchsjahr zum Arbeiten mit der Anlauttabelle die Lerngruppe wechseln und am Deutschunterricht eines 1. Schuljahres teilnehmen.
Ebenso kann das leistungsstarke Kind im 1. Schulbesuchsjahr bereits am Mathematikunterricht des 2. Schuljahres teilnehmen.
Sollte sich dadurch der Lernerfolg eines Kindes steigern, kann es dauerhaft die Lerngruppe wechseln.
 
Unser Ziel ist es eine hohe Akzeptanz für unser Konzept der Schuleingangsphase bei den Eltern zu erreichen.
Die Informationen hierzu erhalten die Eltern auf dem 1. Elternabend
sowie ein Eltern - ABC, das weitere wichtige Infos zum Schulalltag enthält.
 

Support:
Alfried Krupp-Schulmedienzentrum